NORM-LEITFADEN 2026 // VDE & EEG

Photovoltaik methodisch planen: Vom Dach-Check zum festen Angebot

Vermeiden Sie teure Überraschungen bei Zählerschrank, Dachstatik und Speichergröße. Unser unabhängiger Planungsleitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch alle technischen Prüfpunkte für eine ertragsstarke Solaranlage.

01 // DACH-CHECK Statik & Eindeckung
02 // ELEKTRIK TAB & Zählerplatz
03 // DOSSIER Vergleichbare Angebote
Planungstisch mit Solar-Bauplan, Maßstab und Auswertung für ein Einfamilienhaus in Deutschland
FIG 1.0: VORBEREITUNGSDOSSIER // DACHBELEGUNG NORM: VDE-AR-N 4105
Strukturierte Vorbereitung

Erstellen Sie Ihr technisches Solar-Vorbereitungsdossier

Beantworten Sie 6 Fragen zu Ihrem Hausdach und Strombedarf, um Ihre Planungsdaten für regionale Meisterbetriebe vorzubereiten.

Formular PV-2026 // Faisabilité & Dossier

Projekt vorbereiten: In 6 Schritten zum PV-Dossier

Schritt 1 von 6
01 // Gebäude

Um welche Art von Immobilie handelt es sich?

Die Bauart bestimmt die zulässigen Installationssysteme und Montagearten.

Methodischer Ablauf

Die 4 Phasen einer soliden Photovoltaik-Planung

Eine Solaranlage arbeitet über 25 bis 30 Jahre auf Ihrem Dach. Durch das Durchlaufen dieser vier Phasen minimieren Sie Schnittstellenprobleme zwischen Dachhandwerk, Elektrotechnik und Netzbetreiber.

PHASE 01 DACH
Edelstahl-Dachhaken auf Dachsparren montiert

Dach-Faisabilité & Statik

Eindeckungszustand, Holzfeuchte der Sparren, Asbestfreiheit und Schneelast-Reserven (15–25 kg/m² zusätzliche Last) prüfen.

Dach-Leitfaden lesen
PHASE 02 ELEKTRIK
Moderner VDE Zählerschrank mit Smart Meter

Zählerschrank & VDE-TAB

Zählerplatz-Freiraum für APZ-Feld, SLS-Schalter und Überspannungsschutz Typ 1+2 nach VDE-AR-N 4105 sicherstellen.

Elektrik-Check lesen
PHASE 03 SYSTEM
LiFePO4 Batteriespeicher und Hybrid-Wechselrichter im Keller

Leistung & Speichergröße

kWp-Vollbelegung berechnen und Speicher auf 1 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch abstimmen (Wärmepumpe & E-Auto berücksichtigen).

Speicher-Auslegung
PHASE 04 ANGEBOT
Drohnenaufnahme einer Wohnsiedlung mit Solardächern in Deutschland

Angebote & Festpreise

Mindestens 3 detaillierte Angebote mit Komponenten-Datenblättern, Gerüst, AC-Montage und Netzanmeldung vergleichen.

Angebots-Checkliste
Wirtschaftlichkeit & Rendite

Warum sich das Vollbelegen des Daches 2026 rechnet

Früher dimensionierten viele Planer Solaranlagen strikt nach dem aktuellen Haushaltsstrombedarf. Dieser Ansatz ist heute überholt. Die Stromgestehungskosten (LCOE) moderner Aufdachanlagen liegen bei 7 bis 11 Cent pro kWh, während Strom aus dem öffentlichen Netz 32 bis 40 Cent pro kWh kostet.

Jedes zusätzliche Solarmodul auf dem Dach senkt die Grenzkosten der Installation, da Gerüst, Wechselrichter-Grundkosten und Zählerschrankumbau ohnehin anfallen. Mit der bevorstehenden Umstellung auf Wärmepumpenheizung und Elektromobilität steigt der winterliche Strombedarf sprunghaft an — hier zählt jeder Quadratmeter Solarfläche.

💡 Steuerliche Rahmenbedingungen: Für private PV-Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern gilt die Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 72 EStG (Einkommensteuerfreiheit) sowie der Nullsteuersatz (0 % MwSt.) beim Kauf und bei der Installation.
Vergleichs-Kalkulation Eigenverbrauch 10 kWp Dachanlage
Jahresertrag (ca. 1.000 kWh/kWp): 10.000 kWh
Eigenverbrauch ohne Speicher (ca. 30 %): 3.000 kWh
Eigenverbrauch mit 8 kWh LFP-Speicher (ca. 70 %): 7.000 kWh
Ersparnis vermiedener Netzbezug (bei 35 Ct/kWh): 2.450 € / Jahr
EEG-Einspeisevergütung Reststrom (3.000 kWh × ~8 Ct): 240 € / Jahr
Gesamtvorteil: ca. 2.690 € / Jahr
Wissensbibliothek

Fachratgeber für Ihr Solarprojekt

Alle Fachartikel ansehen
Projektvorbereitung 12 Min. Lesezeit

PV-Planungs-Checkliste 2026

Eine Photovoltaikanlage ist eine Investition für 25 bis 30 Jahre. Wer vor der Einholung von Angeboten die technischen Randbedingungen seines Hauses methodisch erfasst, vermeidet teure Nachträge, fehlerhafte Dimensionierungen und böse Überraschungen beim Netzanschluss.

Dach-Faisabilité 10 Min. Lesezeit

Verschattung & Ertrag prüfen

Schatten ist der natürliche Feind des Photovoltaik-Ertrags. Doch nicht jede Teilverschattung macht ein Solardach unrentabel. Erfahren Sie, wie moderne Wechselrichter mit Schattenmanagement und Moduloptimierer Ertragsverluste minimieren.

Montagetechnik 11 Min. Lesezeit

Flachdach vs. Schrägdach

Ob Ziegelsatteldach, Pultdach oder modernes Bitumen-Flachdach: Jede Dachform erfordert ein maßgeschneidertes Montagesystem. Wir vergleichen Aufwand, Kosten, Ertrag und statische Anforderungen.

Elektrotechnik & Normen 14 Min. Lesezeit

Zählerschrank & TAB-Normen

Bei der Nachrüstung einer Photovoltaikanlage wird die bestehende Elektroverteilung zur Schnittstelle zwischen Hausnetz und öffentlichem Stromnetz. Erfahren Sie, welche Normen gelten, warum alte Zählertafeln ausgetauscht werden müssen und welche Kosten anfallen.

Projektvorbereitung 9 Min. Lesezeit

Unterlagen & Daten für Angebote

Je vollständiger und präziser Ihre Vorab-Unterlagen sind, desto schneller, genauer und verbindlicher können Fachbetriebe ein Festpreisangebot kalkulieren — oft schon vor dem ersten Vor-Ort-Termin.

Angebotsvergleich 11 Min. Lesezeit

Fragen an den Solarteur

Nicht jedes günstige Angebot ist ein Schnäppchen, und nicht jedes teure Angebot bietet Premium-Qualität. Mit diesem Fragenkatalog prüfen Sie Solarteure auf Fachkompetenz, Transparenz und Kostensicherheit.

Regionale Faisabilité

Photovoltaik-Planung in deutschen Städten & Regionen

Regionale Einstrahlungswerte (DWD), Netzbetreiber-Vorgaben (TAB) und gebäudetypische Dachformen im Überblick:

Berlin 1045 kWh/m² Hamburg 1010 kWh/m² München 1195 kWh/m² Köln 1060 kWh/m² Frankfurt am Main 1085 kWh/m² Stuttgart 1165 kWh/m² Düsseldorf 1070 kWh/m² Leipzig 1065 kWh/m² Dortmund 1055 kWh/m² Essen 1060 kWh/m² Bremen 1005 kWh/m² Dresden 1080 kWh/m² Hannover 1030 kWh/m² Nürnberg 1150 kWh/m² Duisburg 1065 kWh/m² Bochum 1055 kWh/m² Wuppertal 1045 kWh/m² Bielefeld 1040 kWh/m² Bonn 1075 kWh/m² Münster 1045 kWh/m² Mannheim 1180 kWh/m² Karlsruhe 1175 kWh/m² Augsburg 1180 kWh/m² Wiesbaden 1085 kWh/m² Mönchengladbach 1055 kWh/m² Gelsenkirchen 1050 kWh/m² Aachen 1060 kWh/m² Braunschweig 1025 kWh/m² Kiel 1005 kWh/m² Chemnitz 1070 kWh/m² Halle (Saale) 1065 kWh/m² Magdeburg 1055 kWh/m² Freiburg im Breisgau 1190 kWh/m² Krefeld 1060 kWh/m² Mainz 1090 kWh/m² Lübeck 1010 kWh/m² Erfurt 1060 kWh/m² Oberhausen 1055 kWh/m² Rostock 1020 kWh/m² Kassel 1045 kWh/m² Hagen 1045 kWh/m² Potsdam 1050 kWh/m² Saarbrücken 1120 kWh/m² Hamm 1045 kWh/m² Ludwigshafen am Rhein 1170 kWh/m² Mülheim an der Ruhr 1060 kWh/m² Oldenburg 1010 kWh/m² Osnabrück 1030 kWh/m² Leverkusen 1065 kWh/m² Heidelberg 1175 kWh/m² Darmstadt 1110 kWh/m² Solingen 1045 kWh/m² Herne 1055 kWh/m² Regensburg 1160 kWh/m² Neuss 1065 kWh/m² Paderborn 1040 kWh/m² Ingolstadt 1175 kWh/m² Offenbach am Main 1085 kWh/m² Fürth 1145 kWh/m² Ulm 1160 kWh/m² Heilbronn 1150 kWh/m² Pforzheim 1160 kWh/m² Wolfsburg 1025 kWh/m² Göttingen 1035 kWh/m² Bottrop 1055 kWh/m² Reutlingen 1155 kWh/m² Koblenz 1080 kWh/m² Bremerhaven 1000 kWh/m² Recklinghausen 1050 kWh/m² Bergisch Gladbach 1060 kWh/m² Erlangen 1145 kWh/m² Jena 1065 kWh/m² Remscheid 1045 kWh/m² Trier 1100 kWh/m² Salzgitter 1025 kWh/m² Moers 1060 kWh/m² Siegen 1040 kWh/m² Hildesheim 1030 kWh/m² Gütersloh 1040 kWh/m² Kaiserslautern 1130 kWh/m² Iserlohn 1040 kWh/m² Schwerin 1015 kWh/m² Witten 1050 kWh/m² Esslingen am Neckar 1160 kWh/m² Ludwigsburg 1160 kWh/m² Tübingen 1165 kWh/m² Villingen-Schwenningen 1175 kWh/m² Konstanz 1180 kWh/m² Worms 1140 kWh/m² Minden 1030 kWh/m² Dessau-Roßlau 1060 kWh/m² Flensburg 1000 kWh/m² Zwickau 1070 kWh/m² Gießen 1055 kWh/m² Ratingen 1065 kWh/m² Bamberg 1140 kWh/m² Aschaffenburg 1100 kWh/m² Cottbus 1070 kWh/m² Gera 1065 kWh/m² Landshut 1180 kWh/m² Rosenheim 1195 kWh/m² Stralsund 1020 kWh/m²
Technischer FAQ-Katalog

Häufig gestellte Fragen zur PV-Planung

Wichtige Antworten zu Faisabilité, Zählerplatz, Speicher und Angebotsvergleich

Q1 Warum ist die Vorbereitung des Zählerschranks vor dem Solarkauf so wichtig?

Bei der Installation einer PV-Anlage wird die Hauselektrik zum Dauer-Einspeisepunkt. Entspricht der Zählerschrank nicht den Technischen Anschlussbedingungen (TAB) nach VDE-AR-N 4105 (z. B. fehlendes APZ-Feld, veraltete Sicherungen ohne SLS-Schalter), muss er kostenintensiv modernisiert werden. Eine Vorab-Prüfung verhindert teure Nachtragsforderungen nach Vertragsabschluss.

Q2 Welche Ausrichtung und Dachneigung liefert 2026 die beste Rendite?

Während eine Südausrichtung mit 30° bis 35° Neigung den höchsten Jahresgesamtertrag erzielt, liefert ein Ost-West-Dach (15° bis 25° Neigung) eine gleichmäßigere Ertragskurve über den gesamten Tagesverlauf. Dies steigert den lukrativen Eigenverbrauchsanteil bei Wärmepumpen und Haushaltsgeräten ohne teure Speicherüberdimensionierung.

Q3 Wie groß sollte der Batteriespeicher bei einer PV-Anlage dimensioniert werden?

Als Faustregel gilt: 1 kWh Speicherkapazität pro 1.000 kWh jährlichem Stromverbrauch (z. B. 4 bis 6 kWh Speicher bei 4.500 kWh Jahresbedarf). Ein zu großer Speicher amortisiert sich oft nicht, da er im Winter mangels Solarüberschuss selten voll geladen werden kann.

Q4 Müssen Angebote von Fachbetrieben einen garantierten Festpreis enthalten?

Ja. Belastbare Angebote seriöser Fachbetriebe enthalten alle Positionen als Festpreis: Module, Wechselrichter, Montagesystem, Gerüst mit Dachfangnetz, AC-seitiger Anschluss, Zählerplatz-Umbau sowie die offizielle Netzanmeldung beim Verteilnetzbetreiber (VNB).